Anton Matthias Bönisch

Buchbinder. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1890    † 1944

 

Lebenslauf

Anton Matthias Bönisch wurde am 27.12.1890 in Wien geboren. Er absolvierte eine Fächertischlerlehre bei seinem Vater; da dies aber aus der Mode kam, lernte er Buchbinder. Er war Soldat im 1.  Weltkrieg in Russland und an der Isonzo­front. Er war Mitglied bei der SDAPÖ, und ab 1927 Redaktionsgehilfe der »Arbeiter-Zeitung«;

Betreuung der Hinterbliebenen von Opfern des Nazifaschismus

1934 trat Anton Matthias Bönisch der KPÖ bei. Er übte seine illegale Tätigkeit auch nach 1938 aus. Anton Matthias Bönisch betreute die Hinterbliebenen von Opfern des Nazifaschismus.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 19. 10. 1943 wurde Anton Matthias Bönisch verhaftet, und am 19. 4. 1944 gemeinsam mit Lukas Haslauer und Emil Pawlitschek (Pavlíček) (beide hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 2.8.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus der Anklageschrift vom 25. 1. 1944

„Der Angeschuldigte Bönisch wurde im Dezember 1938 oder Anfang 1939 von dem inzwischen zum Tode verurteilten Expeditionsarbeiter Hodac, dem Gründer und Leiter der KPÖ-Betriebszelle in der Buch- und Kunstdruckerei Steyrmühl zum Beitritt in diese Zelle geworben.“

Aus seinem Abschiedsbrief

„Vergesst uns nicht, nur darum nicht, weil wir für euch gestorben sind, für euer Recht und für eure Zukunft.“

Gedenktafel nunmehr im Bezirksmuseum Brigittenau

Sein Name steht auf einer Gedenktafel, die ursprünglich in der Firma Steyrermühl (Wien 6, Gumpendorfer Str.), dann in der Firma Globus (Wien 20, Höchstädtplatz 3) angebracht war und sich jetzt im Bezirksmuseum Brigittenau (Wien 20, Dresdner Str. 79) befindet.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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